Vereinsgründung bis zum 2. Weltkrieg

Kurz nach dem ersten Weltkrieg begann die Schönebürger Jugend Fußball zu spielen. Bereits im Jahre 1922 exsistierte ein „wilder“ Verein. Treffpunkt der fußballbegeisterten Jugend war der „Schlüssel“. Da in diesen Jahren auch in den Nachbarorten das Interesse für den Fußballsport wuchs, konnte schon manches Freundschaftsspiel ausgetragen werden.

Sportplatzprobleme gab es keine, denn den Akteuren war noch jede Viehweide und jede abgeerntete Wiese recht. Doch nach ein paar Jahren erkannten ein paar beherzte Spieler, dass der Fußballsport auf diese Art in Schönebürg nicht weiterbestehen könne. Wenn er möglichst viele junge Männer ansprechen sollte, musste ein Verein gegründet werden!

Im Herbst 1927 fand die Gründungsversammlung im „Kreuz“ statt. Als erster Vorstand wurde Alfons Walser gewählt, Kassierer wurde Franz Gerster.

Gründungsmitglieder:

Gerster Franz *                    Schneider Ludwig*            Rauß Gotthard*

Angele Alois*                      Fink Gallus*                         Staible Josef*

Koch Ludwig*                      Laupheimer August*         Münst Xaver*

Ott Benedikt*                       Laupheimer Franz*            Dilger Ludwig*

Koch Max*                           Waibel Alois*                       Ruf Anton*

Münst Fritz*                          Münst August*                     Koch Felix*

Schmid Josef*                    Walser Alfons*                    Werner Konrad*

Aubele Konstnatin*            Sax Max*                              Müller Paul*

Im selben Jahr schloss sich der Verein dem Verband der Deutschen Jugendkraft (DJK) an und nahm in der C-Klasse den Spielbetrieb auf. Auf der Talwiese von Franz Gerster mussten die Aktiven nun im ersten Spiel gegen Aßmannshard zeigen, was sie wirklich konnten. Die Mannschaft spielte in folgender Aufstellung:

                                                               Gallus Fink

                                               Franz Gerster        Josef Staible

                               August Münst        Alois Waibel          Josef Schmid

Alois Angele          Paul Müller             Max Sax (Max Koch)   Felix Koch      Gotthard Rauß

In einem wahren Spielrausch wurde der Gegner mit 14:1 vom Platz gefegt! Dabei erzielte Max Sax 11 Tore! Wegen einer Notschlachtung musste er leider vorzeitig vom Platz. Sein Ersatz-mann Max Koch steuerte noch die restlichen 3 Treffer zum Kantersieg bei.

Das Spielen auf frisch gemähten Wiesen konnte aber keine Dauerlösung sein. Die Spieler wollten möglichst bald einen eigenen Platz. Dieser Wunsch ging 1928 in Erfüllung. Von Gustav Auer wurde ein Grundstück gepachtet und zu einem Sportplatz hergerichtet. Die Freude war vollkommen, als die Mannschaft gleich in ihrem ersten Vereinsjahr Meister der C-Klasse wurde.

Dieser Aufstieg aber war kein Zufallsprodukt, sondern das Ergebnis einer konstanten guten Leistung. Das zeigte sich sehr deutlich im darauffolgenden Jahr. Auf Anhieb wurde Schönebürg 1929 Meister in der B-Klasse.

Bei der ordentlichen Generalversammlung am Silvestertag des Jahres 1929 erhielt die DJK Schönebürg eine neue Vereinsführung:

Vorstand:                               Josef Schmid

Schriftführer:                         Ludwig Schneider

Kassierer blieb:                    Franz Gerster

Auch in der A-Klasse war der Siegeszug der Schönebürger nicht zu bremsen. Mit vorbildlichem Kameradschaftsgeist wurde die Mannschaft 1930 in der höheren Spielklasse Meister.

Das sich die DJK neben der Förderung des Sports auch die christliche Betreuung der Jugend zum Ziel gesetzt hatte, brachte man einen Vereinspräses. Der Ortspfarrer aber hatte für den Fußballsport nichts übrig. Er verurteilte das Spiel vor allem wegen der „nackten Beine“. Schließlich erklärte sich Pfarrer Brändle (der „lange Hans“) aus Schwendi bereit, in Schönebürg das Amt des Vereinspräses auszuüben.

1930/31 spielte die Mannschaft erstmals in der Gauklasse. Hier bekam der kleine Dorfverein durchweg schwere Brocken vorgesetzt: Biberach, Laupheim, Ulm, Gögglingen. Wen wunderte es da, dass es einige deutliche Niederlagen gab? Gespannt wartete nun alles auf das Abschneiden der Elf im Spieljahr 1931/32, dem zweiten Jahr der Zugehörigkeit zur Gauklasse. Der Kampf um die Meisterschaft wurde verbissen geführt. Das vorletzte Verbandsspiel trug Schönebürg in Ulm aus. Zwei Stammspieler wurden gesperrt. Das war ein schweres Handicap für das Entscheidungsspiel gegen Biberach (Amtierender Württembergischer Meister). Schönebürg trat mit dem letzten Aufgebot an. Franz Gerster, von einer Grippe kaum genesen, spielte in langen Unterhosen Mittelläufer. Am Schluss aber war die Sensation perfekt: Schönebürg entführte mit 2:1 die Punkte aus Biberach und war damit Meister der Gauklasse.

DJK Schönebürg 1930 von links nach rechts: Schiedsrichter Franz Nauer, Josef Staible, Franz Gerster, Ernst Wörz, Alois Waibel, Alois Angele, Max Koch, Josef Schmid, Felix Koch, Paul Müller, Fritz Münst

Mit dem sportlichen Erfolg wuchsen auch die Anforderungen, welche der Verein an das Spielfeld stellen musste. Für die Gauklasse war der bisherige Platz doch etwas zu klein. Glücklicherweise konnte von August Nauer ein Grundstück dazugepachtet werden. So kann der Chronist schon im Jahre 1932 die erste Sportplatzerweiterung in Schönebürg verzeichnen.

Die Wahlen am 31.12.32 erbachten folgendes Ergebnis:

Vorstand:                                 Josef Schmid

2. Vorstand und Kassierer:  Franz Gerster

Schriftführer:                           Ernst Wörz

Doch die politische Entwicklung ging auch an der DJK nicht spurlos vorüber. Am 3. August 1933 beschloss die Vereinsführung, dem Deutschen Fußballbund beizutreten. Da in diesem Bund keine DJK-Mannschaften spielten, war eine Umbenennung des Vereins notwendig. Nach längerer Debatte einigte man sich am 8. September auf „Sportclub Schönebürg“. Dieser Name schien am geeignetsten, da er verschiedene Sportarten einschloss. 1933 erreichte der Sportclub in seiner Gruppe einen beachtenswerten dritten Platz.

Das Jahr 1934 war für den Verein äußerst schwierig. Ein Großteil der Mitglieder zahlte keinen Beitrag mehr. Die Vereinsleitung sah sich deshalb gezwungen, den Sportclub umzustürzen.

Nun wurden zunächst treue Mitglieder gesammelt, dann kam zum Fußballsport noch die Disziplin Leichtathletik hinzu. Damit ging ein langgehegter Wunsch zahlreicher Mitglieder in Erfüllung. Aus Geldmangel nahm keine Mannschaft an den Verbandsspielen teil, die Spieler hielten sich aber durch Freundschaftsspiele fit.

Am 10. Oktober 1934 trafen sich die Mitglieder des Sportclubs, um für die neue Verbandsrunde wieder zwei Mannschaften zu melden. Gleichzeitig wurde Norbert Müller zum ersten Vorstand ernannt. Um den Sportveranstaltungen einen würdigen Rahmen zu verleihen, wurde am 7. April 1935 beschlossen, den Fußballplatz einzuzäunen und mit Birken zu umpflanzen. Treibende Kraft war hierbei Förster Späth, der die Interessen des Vogelschutzvereins vertrat.

In der Verbandsrunde 1935/36 gab es zwischen Schönebürg und Schwendi ein packendes Kopf-an-Kopf-Rennen um die Meisterschaft. Doch im letzten und entscheidenden Spiel verlor der Sportclub klar gegen Schwendi und belegte somit nur den zweiten Platz.

Am Ostermontag des Jahres 1937 feierte der Verein mit einem Pokalturnier sein 10jähriges Be-stehen. Baustetten erkämpfte sich den ersten Pokal, Ummendorf kam auf den zweiten Platz vor Ochsenhausen und Großschafhausen. Die Siegerehrung mit Tanz fand im „Hirsch“ statt.

In der Generalversammlung am 31. Dezember 1937 musste der Vorstand feststellen, dass die Mannschaft durch starken Aderlass (teils zu den Soldaten, teils zum Arbeitsdienst) stark geschwächt war. Bei den Wahlen wurde Franz Auer Kassierer, das Amt des Schriftführers über-nahm Gustav Auer.

Am 4. Februar 1939 hielt der SC nochmals eine Versammlung ab. Vorstand Müller hob hervor, dass Schönebürg in der laufenden Saison einen guten zweiten Platz belege, obwohl die Elf zu manchem Spiel nur noch mit 8 oder 9 Mann hatte antreten können.

Von April 1939 bis Januar 1946 ruhte der Verein.

 

Die weitere Vereinsentwicklung nach dem 2. Weltkrieg bis heute folgt demnächst....